In der Phase der Modellbildung wird Wissen geteilt und gemeinsam entwickelt. Es werden gedankliche, alternative Modelle der Wirklichkeit entwickelt, mit denen sich jeder Teilnehmer auseinandersetzen muß. Die Anregungen der jeweils anderen Teilnehmer müssen als Wissens-Bausteine für den Prozeß ernst genommen werden und mit den eigenen Annahmen verglichen werden. So wird ein Denken in Alternativen angeregt. Es ist dieses "Aus-sich-herausgehen", dieses Hinterfragen der eigenen Denkgewohnheiten, das die Qualität der Modellbildung ausmacht.
Beim Szenario sieht der Teilnehmer zukünftige Modell-Welten, während die System-Simulation ihn mit Modellen gegenwärtiger Prozesse und Strukturen vor bisher nicht denkbare Situationen stellt, in denen er experimentell, zur Probe handelt. Auch die Wissenslandkarten sind Landkarten einer Modell-Welt. Sie sind aus vielen Bausteinen zusammengetragene Wissens-Territorien. Die Modelle sind in sich sinnvolle Wissens-Welten, aufgebaut aus dem individuellen Erfahrungswissen der Teilnehmer, organisationalem Wissen (z. B. in Form von betrieblichen Daten) und dem Wissen hinzugezogener Experten.
Das eigentliche Moment des Verstehens beim Denken in Alternativen findet jedoch erst statt, wenn ein Bezug von den Modellen zur Wirklichkeit, dem unternehmerischen Alltag, vorgenommen wird. Dann nämlich lassen sich die gegenwärtigen Probleme in neuem Licht sehen, und es kommt zu einem Wechsel der Perspektive. Die Probleme werden mit den Wissenskontexten der Modelle versehen. Im Hinblick auf zukünftige Welten (Szenario), die dokumentierten Erfahrungen anderer (Wissenslandkarte) oder die dynamischen Auswirkungen von Veränderungen im System Organisation (Simulation) lassen sich Lösungen vor einem veränderten Hintergrund erarbeiten. Neues Wissen wird erzeugt. Ideen, alternative Planungen und Handlungen werden möglich.
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