Anfang-- zurück
Haken, Helm und Seil
weiter ++

3. Ist Wissen instrumentalisierbar? Stolpersteine des Wissensmanagements

Es ist ein Markt für Instrumente des Wissensmanagements entstanden, auf dem die betagten Instrumente der Organisationsentwicklung ebenso Absatz finden wie neue, kaum erprobte "Tools of Knowledge Management".

Instrumente des Wissensmanagements

Um Wissen in der Organisation gestaltbar zu machen, muß eine "Übersetzung" der Sprache der Organisation in die Sprache des Wissensmanagements erfolgen. Nun gibt es auf die Fragen der Organisation (Wie verkürze ich Entwicklungszeiten? Wie werde ich innovativer?) von Seiten des Wissensmanagements aus unserer Sicht ebensowenig Standardantworten wie sie das Reengineering oder die Kulturdebatte brachte. Dennoch bietet das Wissensmanagement Antworten, die - über die Nutzung von Instrumenten - neue und ungewohnte Lösungen implizieren. Vorausgesetzt, die Erwartungen werden relativiert.

Beabsichtigt ein Unternehmen beispielsweise, die Effizienz seiner Prozesse zu verbessern, dann ist es aus der Sicht des Wissensmanagements entscheidend, daß auf Fakten und Erfahrungen, also auf etabliertes Wissen, rasch zugegriffen werden kann und daß es modifizierbar wird. Solches Wissen läßt sich in rechnergestützten Systemen ablegen: Networking, Groupware oder Thesauri sind hierzu gängige Lösungsangebote des Wissensmanagements.

Will eine Organisation dagegen neues Wissen generieren, dann greifen ganz andere Strategien des Wissensmanagements. Für eine Erhöhung der Innovationskraft ist der Zugriff auf etabliertes Wissen allein nicht ausreichend. Um innovativ sein zu können, müssen Mitarbeiter Zusammenhänge herstellen und verstehen können. Ziel einer Wissensmanagement-Intervention ist hier der Umgang mit nicht-etabliertem Wissen, mit Entdeckungen, Ideen und Hypothesen. Methodisch strukturierte Gruppenprozesse, in denen Kreativitätstechniken angewandt oder Szenarien gebildet werden, gehören zu den Mitteln der Wahl. Eine sinnvolle Anwendung von Instrumenten des Wissensmanagements bedingt eine explizite Setzung von Wissenszielen. Doch bereits an dieser Stelle warten die ersten Stolpersteine:

Ausgangspunkt der folgenden Instrumentskizzen sind unsere praktisch gewonnenen Erfahrungen in unterschiedlichen Kontexten: Hierzu gehören Pilotprojekte zu Forschungszwecken ebenso wie der professionelle Einsatz im Beratungszusammenhang. Wir stellen Instrumente vor, die nach unserer Auffassung tatsächlich Wissen managen, genauer: Wissen durch die Bildung von ModellWelten gestalten. Die Szenario-Methode, System-Simulation und Wissenslandkarte werden anhand ihrer Wirkungsbereiche, kritischen Seiten und notwendigen Ressourcen abgebildet.


-- zurück
(c) 1997 Preissler/Roehl/Seemann
weiter ++